Rechtsmittel: Berufung und Revision

Rechtsmittelfrist: Eine Woche

Ab Urteilsverkündung besteht eine Woche lang die Möglichkeit, ein gegen Sie ergangenes strafrechtliches Urteil mit einem Rechtsmittel anzugreifen. Sie sollten in diesem Fall also keine Zeit verlieren.

 

Sind Sie verurteilt worden, sollten Sie schnellstmöglich einen Strafverteidiger zu Rate ziehen. Er kann mit Ihnen die Erfolgsaussichten eines Rechtsmittels besprechen und gegebenenfalls für Sie Rechtsmittel einlegen. Notfalls können Sie dies bei dem Gericht, das Sie verurteilt hat, auch selbst übernehmen. Ausreichend ist dafür zuerst einmal der Satz:

 

„Gegen das Urteil lege ich Rechtsmittel ein“, den Sie mit Ihrer Unterschrift versehen.

 

Unsere Rechtsanwälte Dr. Jörg Becker und Patrick Welke sind auf die Verteidigung in Strafsachen spezialisiert. Sie können die Erfolgschancen von Berufung und Revision für Sie abschätzen und beraten Sie gerne dazu.

 

Falls Sie die Frist versäumt haben, kommt möglicherweise eine Wiedereinsetzung in Frage. Unsere Rechtsanwälte prüfen auch dies gerne für Sie und stellen bei Bedarf den entsprechenden Antrag.

 

Welche Rechtsmittel gibt es?

Gegen ein Urteil stehen Ihnen Berufung und Revision als Rechtsmittel zur Verfügung. 

 

Die Berufung ist möglich gegen die Urteile des Strafrichters beim Amtsgericht oder des Schöffengerichts beim Amtsgericht. Entschieden wird über die Berufung in der kleinen Strafkammer beim übergeordneten Landgericht: Für Urteile der Amtsgerichte Mannheim, Weinheim und Schwetzingen sind damit die Berufungskammern des Landgerichts Mannheim zuständig.

 

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer Revision (genannt Sprungrevision) zum Oberlandesgericht. Für die Revision gegen Urteile der Amtsgerichte und Berufungsurteile des Landgerichts Mannheim entscheidet das Oberlandesgericht Karlsruhe.

 

Gegen erstinstanzliche Urteile des Landgerichts kann keine Berufung eingelegt werden. Hier steht nur die Revision zur Verfügung. Hierüber entscheidet dann der Bundesgerichtshof.

 

Was ist der Unterschied zwischen Berufung und Revision?

1. Die Berufung: Zweite Tatsacheninstanz

Die Berufungsinstanz ist eine zweite Tatsacheninstanz. Das bedeutet, dass sowohl über Rechtsfragen als auch über Tatsachenfragen völlig neu entschieden wird.

 

Es wird nicht nur das erstinstanzlich ergangene Urteil überprüft, sondern die Sache wird völlig neu verhandelt und beurteilt. Nur, wenn die erneute Anhörung von Zeugen oder Sachverständigen zur Aufklärung der Sache nicht erforderlich ist, weil zum Beispiel eine Verlesung ihrer Aussage ausreichend ist, werden sie nicht noch einmal geladen. Neue Beweismittel sind im Berufungsverfahren uneingeschränkt zulässig.

 

Kommt das Berufungsgericht zu dem Schluss, dass das Urteil nicht richtig war, wird es das Urteil aufheben und selbst über die Sache entscheiden.

 

2. Die Revision: Überprüfung der rechtlichen Richtigkeit

In der Revision geht es stattdessen darum, das ergangene Urteil auf seine rechtliche Richtigkeit hin zu überprüfen.

 

Es findet keine neue Beweisaufnahme statt. Das Revisionsgericht ist an die Tatsachenfeststellungen des Gerichts erster Instanz, welches das Urteil verhängt hat, gebunden. Es entscheidet nur,, ob das Recht vom Gericht richtig angewendet wurde und ob es sogenannte Verfahrensfehler gibt.

 

Hält das Revisionsgericht die Revision für begründet, entscheidet es in den meisten Fällen nicht selbst, sondern verweist die Sache an ein anderes Gericht – entweder an einen anderen Spruchkörper des Tatgerichts oder an ein anderes Gericht gleicher Ordnung – zurück.

 

Soweit sowohl Berufung als auch Revision möglich ist, das heißt bei Urteilen des Amtsgerichts, ist die Einlegung von Berufung daher im Regelfall vorteilhafter. Der gesamte Sachverhalt wird dann noch einmal auf seine Richtigkeit überprüft.

 

Strafverteidigung im Berufungs- und Revisionsverfahren

Bei der Entscheidung darüber, ob und welches Rechtsmittel Sie einlegen, sollten Sie sich von einem erfahrenen Strafverteidiger beraten lassen. Gerade das Revisionsverfahren scheitert oft schon daran, dass eine Revisionsbegründung kompliziert und rechtlich anspruchsvoll ist, wodurch viele Verfahrensrügen schon als unzulässig erhoben zurückgewiesen werden. Sie sollten daher einen Anwalt mit den notwendigen Fachkenntnissen mit der Rechtsmitteleinlegung und der Begründung Ihrer Revision oder Berufung beauftragen.

 

Sowohl Rechtsanwalt Dr. Jörg Becker als auch Rechtsanwalt Patrick Welke haben sich ganz auf das Strafrecht spezialisiert. Sie können im Berufungs- und Revisionsverfahren vor Gericht für Sie als Strafverteidiger auftreten. Vereinbaren Sie zur Besprechung gerne einen Termin in unserer Kanzlei. Sie erreichen uns unter 

0621 / 44 581 112

 

 sowie auch per Email über das Kontaktformular.